25 März, 2013

Ein Baby am Nachbartisch

Am Wochenende habe ich mich mit zwei Kolleginnen abends zum Essen verabredet. Wir haben beim Mexikaner geschlemmt und ich habe die babyfreie Zeit sehr genossen.
Allerdings war der Abend zu meinem Erstaunen nicht wirklich Babyfrei. Erst war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich Babygeschrei gehört hatte. Der Blick meiner Kolleginnen machte mir klar, dass es keine Einbildung war. Und der Blick auf meine Uhr sagte: 22 Uhr! In einem vollen mexikanischen Restaurant!!!

Auf die Idee mein Glückskind abends mit zum Essen zu nehmen, bin ich tatsächlich noch NIE gekommen. Die ganzen letzten 8 Monate nicht. Für uns bedeutet das, dass entweder einer von uns zu Hause beim Kind bleibt oder wir (dank Eltern im Haus) erst ausgehen, wenn das Glückskind schläft, wir das Babyfon dann zu den Eltern geben und nach maximal 2-3 Stunden wieder da sind.
Da das Glückskind in den letzten Wochen sehr schlecht schläft und wir nicht wissen, wann er nach dem Einschlafen wieder aufwacht, waren wir schon einige Wochen nicht mehr zusammen weg.
Damit ihr aber nicht denkt, dass wir ständig auf Achse waren - die Abende zu zweit kann man an einer Hand abzählen.
Natürlich bedeutet das für uns Verzicht.
Bevor wir Eltern wurden, waren wir gerne abends essen. Ob zu zweit oder mit Freunden.

Aber ich verzichte gern für mein Glückskind. Ich möchte, dass mein Kind abends in Ruhe einschlafen kann. Wie bitte soll ein Baby in so einer lauten Umgebung in Ruhe schlafen?
Man mag mich spießig nennen, aber mein Kind liegt jeden Abend um 7 Uhr in seinem Bett. Jeden Tag und das seit 8 Monaten! (Ausnahme Silvester: Da war er zwar auch um 7 Uhr im Bett, aber nicht in seinem eigenen. In der Nacht sind wir mit dem Auto nach Hause gefahren. Er hat alles verschlafen.)
Mag sein, dass ich das lockerer sehen würde, wenn unser Glückskind nicht in den ersten Wochen extreme Einschlafprobleme gehabt hätte und wir nicht 2-3 Stunden damit verbracht hätten, ihn irgendwie zum Schlafen zu bekommen. Doch lockerer heißt definitiv nicht, dass ich um 22 Uhr mit ihm beim Mexikaner sitzen würde.

Ich möchte mein Kind gerne so behandeln, wie ich es mir selbst wünschen würde. Wenn ich müde bin, lege ich mich gern ins Bett und bin dankbar, wenn es um mich herum leise ist. Ich persönlich könnte nicht im Restaurant einschlafen.

Wie sieht die Abendgestaltung bei euch aus seit ihr Kinder habt? Treffe ich euch beim Mexikaner? Wenn ja, mit oder ohne Kind?

Kommentare:

  1. Wow, die Eltern finde ich echt sportlich! Seit unsere Tochter auf der Welt ist, waren wir abends auch nie mit ihr weg. Unser erster babyfreier Abend war nach über 12. Monaten und seitdem lassen sich die Ausflüge allein wirklich an einer Hand abzählen. Wir haben leider keine Verwandten in der Nähe und einem Babysitter möchte ich die Kleine einfach noch nicht anvertrauen. Bis es mal so weit ist, bestellen wir leißig Essen nach Hause und bedienen uns unserem Kino auf Abruf. Ich habe nicht das Gefühl etwas zu vermissen und genieße diese Phase einfach. Natürlich freue ich mich dann aber auch auf die seltenen Abende alleine ;-)

    LG
    Saskia

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  2. Das verstehe ich, ich könnte meinen Kleinen auch keinem Babysitter anvertrauen. Umso schöner, dass du nichts vermisst, sondern die Phase genießen kannst. Und du hast so recht, man kann es sich auch zu Hause gemütlich machen. Darüber muss ich demnächst auch mal schreiben ...

    Viele liebe Grüße
    Britta

    PS: Ich habe mich übrigens riesig gefreut über dich, Leserin erster Stunde ;-)

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    1. Ich freu mich auf deinen Post und vll ein paar frische Ideen für Abende zu zweit äh dritt ;-)

      Liebe Grüße

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  3. Hallo Britta,
    ich freue mich sehr, dass du bei mir mitliest! So habe ich nun auch deinen Blog entdeckt!
    Wir nehmen unsere kleine Große noch immer nicht abends mit raus. Sie geht um 7 Uhr ins Bett (seit sie keinen Mittagsschlaf mehr macht) und das jeden Abend: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Rituale, (fast) immer gleiche Abläufe dazu führen, dass sie entspannter ist und wir haben keine Probleme beim Ein- und Durchschlafen gehabt. Wir werden oft für unsere "Unflexibilität" und Konsequenz belächelt, aber ein unkompliziertes Kind gibt uns recht.
    Jeder von uns kann abends weggehen, wenn er möchte; zu Zweit sind wir nur sehr selten aus. Aber es ist kein allzugroßer Verlust für uns.
    Liebe Grüße! Sonja

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    1. Liebe Sonja,

      wie schön, ich freu mich sehr, dass du nun auch bei mir mitliest. Ich lese schon viele Monate bei dir mit - nur eben nicht über Blogger - und bin ganz entzückt von deinem Blog.
      Ich kann das mit den Ritualen sehr gut verstehen und finde es toll, dass ihr konsequent seid. Das ist wahre Stärke und das Beste für eure kleine Große.

      Viele Liebe Grüße
      Britta

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